Bauklötze gestaunt

Im Rahmen der FIRST® LEGO® League (FLL) fand in der Donnersberghalle in Rockenhausen am 23.November bereits zum 13. Mal der Regionalentscheid statt. Verbandsbürgermeister Michael Cullmann und Schulleiter Dirk Melzer hießen die Teilnehmer Willkommen. Auch die IGS Rockenhausen hatte ein Team am Start: die „Rockys“.

Hektisches Getriebe in der Donnersberghalle, hier werden Roboter schnell an einen der Spieltische getragen, dort blicken gebannt Kinder und Jugendliche auf die große Leinwand, um aktuelle Zwischenstände einzufangen. Bald wird sich entscheiden, ob sich die monatelange Vorbereitung, das Tüfteln und Ausprobieren gelohnt haben.

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Die FIRST® LEGO® League (FLL) ist ein Roboterwettbewerb für Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren und versucht diese durch die Kombination von Spaß an Technik, Wissenschaft und Technologie einerseits und den Ansporn, komplexe Aufgaben kreativ zu lösen andererseits „den Zugang zu naturwissenschaftlichen Fächern zu erleichtern und sie frühzeitig für einen Ingenieur- oder IT-Beruf zu motivieren“ (FLL).

Da kommt natürlich die Frage auf, ob nicht der Wunsch der Vater des Gedankens bleibt: „Mir macht nicht nur das Legobauen im Team Spaß. Durch die Robotik AG ist mir bereits jetzt schon klar, dass ich später einen Beruf ausüben will, der etwas mit Technik zu tun hat“, so Woramat Heger, 12 Jahre alt und Mitglied in der Robotik-Mannschaft der IGS Rockenhausen. Skeptiker mögen an dieser Stelle den Zeigefinger heben und die Nachhaltigkeit der Aussage eines Zwölfjährigen in Frage stellen. Ein Blick auf die Schiedsrichter macht zwei bekannte ehemalige Schüler der IGS Rockenhausen aus: Tobias Knobloch und Jan Butz. Beide zeigen sich beeindruckt von dem, was ihre Nachfolger leisten und staunen über das Ausmaß, den dieser Wettbewerb mittlerweile hat. Zu Schülerzeiten schlossen sie sich in der 5. Klasse der Robotik AG von Herrn Baumann an, wurden 2012 in Mexico City gar Weltmeister beim RoboCup und stehen mittlerweile unmittelbar vor dem Ende ihres Ingenieursstudiums. „Ganz klar“, betont Tobias Knobloch, „die Erfahrungen aus der Robotik AG waren für uns der Wegbereiter in die Ingenieurswelt und der Wettbewerb hat uns bis heute nicht mehr losgelassen“, womit Zweifel an den Motiven und Zielen der FLL auch beseitigt sind.

Während sich die Wettbewerbe der FIRST® LEGO® League an Jugendliche wendet, hat in diesem Jahr zum ersten Mal der FIRST® LEGO® League Junior-Cup für Kinder zwischen sechs und zehn Jahren stattgefunden, womit Rockenhausen gleichsam die Deutsche Meisterschaften beheimatete. Die FLL Junior ist aus einer Initiative der amerikanischen Stiftung FIRST (For Inspiration and Recognition of Science and Technology) und LEGO entstanden und wurde entwickelt, um Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren an die MINT-Thematik heranzuführen. „Wir freuen uns schon darauf, wenn wir uns mit den Größeren messen können“, heißt es von einem der Tische. Dabei ist es bereits erstaunlich, welch kreative Ideen die Jüngeren zu ihrem Thema „Creature Craze – Tierisch gut!“ umgesetzt haben.

Neben der Begeisterung für die Technik ist aber auch das Arbeiten im Team für die Kinder ganz wichtig. Tia Reichard und Emilia Rontas sprechen sogar von einer „zweiten Familie“, die es ihnen ermöglicht, das nicht immer von Belastung befreite System Schule in einem ganz anderen Licht wahrzunehmen.

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Die „Rockys“ mit ihrem autonomen Windrad-Roboter: Ole Hühner, Felix Koch, Emilia Rontas, Tia Reichard, Lars Langenstein (kniend), Jarno Reichard, Woramat Heger

 Während des Wettbewerbs werden die Teams nach sechs Kategorien beurteilt. Neben dem Roboterdesign oder dem Robot-Game, werden auch das Teamwork beurteilt und jeweils Pokale ausgelobt. Darüber hinaus gehört neben einem Sonderpreis der Jury auch die Bewältigung eines kniffligen Forschungsauftrags zum Wettbewerb. Die Kinder bauen, designen und programmieren also nicht nur autonome Roboter, sondern müssen ein ganz reales Forschungsproblem und dessen soziale Implikationen bearbeiten und abschätzen. Das Thema des diesjährigen Wettkampfes hieß „Animal allies“, das die Teilnehmer dazu aufgefordert hat, die Beziehungen zwischen Mensch und Tier zu erforschen oder anders ausgedrückt: wie kann der Mensch den Tieren helfen, damit sie uns helfen? Es galt also Ökologie und Technik als zukunftsrelevante Einheit zusammenzuführen. Die „Rockys“ haben sich hierbei mit der Idee beschäftigt, wie man Fledermäuse davon abhalten kann zu dicht an Windräder zu fliegen. Fledermäuse sind von großem Nutzen, da sie Insekten und schädliche Käfer fressen, die Pflanzen und Baumbestände zerstören können. Schätzungen des Leibniz-Instituts für Zoo und Wildtierforschung gehen davon aus, dass mehr als 250.000 Fledermäuse jährlich durch Windkraftanlagen in Deutschland getötet werden. Eine Lösung, die die „Rockys“ weiter verfolgen möchten liegt darin, die Rotoren mit Wassersprenklern auszustatten. Da Fledermäuse bei Regen nicht fliegen, könnte dieses Mittel das Fledermaussterben reduzieren. Übrigens belegten die Rockys den fünften Gesamtplatz, ein beachtliches Ergebnis bei 19 teilnehmenden Mannschaften.

Erster wurden übrigens die „RoboKANTen“ vom Kant-Gymnasium in Boppard, die sich damit für eines der Semi-Finale qualifiziert haben.

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