Paris-Fahrt 2017 – Mit leichtem Gepäck zu bezahlbaren Preisen vier Tage lang Paris kennenlernen

Mit dem ICE in gut zweieinhalb Stunden mit 300 km von Kaiserslautern nach Paris Gare de l’Est zu reisen, war für uns einer der entspanntesten Momente. Schon das Metrofahren in der Pariser U-Bahn verlangte korrektes Verhalten und nur mit dem geheimen Kodex des Metro-Knigges zu meistern : 1. Auf den Rolltreppen immer rechts hinstellen, links wird überholt. 2. Auf die aufklappbaren Sitze in den Stehbereichen (Strapontins) nur hinsetzen, wenn es leer ist. 3. Nicht drängeln, auch nicht durchdrängeln – ein absolutes No go, das mit bösen Blicken und Bemerkungen bestraft wird; erst aussteigen lassen und dann den Zug betreten. Auch in den Gängen sollte man strikte Laufregeln einhalten, um eine Karambolage zu vermeiden, also immer rechts halten, links kommt Gegenverkehr. Die zahlreichen Treppen hoch und runter in den kurzen bis endlos langen Gängen ließen wir mit frischem Gegenwind hinter uns, wenn die Metro im Minutentakt angebraust kam, den Metroplan und das Ticket immer griffbereit, denn unverhoffte Kontrollen gab es auch kurz vor dem Sortie-Schild. Ob die 237 steilen Treppen des Butte Montmartre zum Sacré-Cœur, der Spaziergang durch den Jardin des Tuileries  über die achtspurigen Champs-Elysées zu Napoleons Arc-de-Triomphe oder zu Victor Hugos Geburtshaus im Szeneviertel des Marais, die rund 65 km zu Fuß durch die Rues, Ruelles, Boulevards und Avenues der Metropole gaben uns nicht nur ein spürbar ergreifendes Gefühl von französischer Lebensart, sondern auch unseres Orientierungssinns. Spätestens als unsere beiden Profs augenzwinkernd das Schlusslicht bildeten, wurde uns bewusst, dass wir mit Stadtplan, Handy und Französischkenntnissen die Wege finden sollten. Frei nach dem Motto ‚Gemeinsam sind wir stark‘ erreichten wir so auch den Louvre, das Centre Pompidou, den Strawinsky-Brunnen mit seinen bunten Tinguely- und Niki de Saint-Phalle-Figuren, das Musée d’Orsay, die Notre-Dame, die zweistöckige Palastkapelle Sainte-Chapelle und den Eiffelturm bei Tag und Nacht. Für weiter entferntere Ziele wie die fast würfelförmige Grande Arche im Quartier de La Défense stellten wir unsere Fähigkeit des Metroplanlesens unter Beweis – und wurden auf Carrara-Marmortreppen mit einem atemberaubenden Sonnenuntergang im Lichte avantgardistischer Architektur belohnt.

Die französische Weltstadt bedeutet nicht nur kulturelle Highlights, sondern auch buntes, authentisches, pralles Leben – heartbeatende Trommel- und Blasmusik begleiteten einen Citylauf durch die Boulevards, vor der Opéra spielte eine E-Gitarre zu einer dahinschmelzenden Stimme und die zahlreichen Cafés, Bistrots, Brasserien, Restaurants, Boulangerien, Supermärkte und Salon de thés weckten in uns ungeahnte Gaumenfreuden; in La Canopée, den neuen Markthallen, befindet sich auch der größte Untergrundbahnhof Europas, den 75.000 Menschen täglich nutzen. Wasserverkäufer, Bouquinisten entlang den Quais und eine Bootsfahrt auf der Seine mit einem der entlangschippernden Bateaux-Mouches gaben uns Gelegenheit, bei 30 Grad im Schatten ein wenig aufzutanken, bevor wir spät abends todmüde aber glücklich in unseren Betten des BVJ versanken.

 

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