Robotik-Turnier: „Wir sind jetzt schon Teil der Zukunft“

Im Rahmen der FIRST® LEGO® League (FLL) fand in der Donnersberghalle in Rockenhausen am 27.01. bereits zum 12. Mal der Regionalentscheid statt, ein Tag später gar eines der Semi-Finals, dessen Gewinner sich für das Finale in Debrecen, Ungarn, qualifiziert. Auch die IGS Rockenhausen hatte ein Team am Start: die „Rockys“.

 

Während die beteiligten Teams, die von Schulleiter Dirk Melzer von der IGS Rockenhausen willkommen geheißen wurden, die Antwort darauf bekommen, ob sich die monatelange Vorbereitung, das Tüfteln und Ausprobieren gelohnt haben, stellt sich dem neutralen Betrachter aber vor allem die Frage, was der Grund dafür ist, dass die Beteiligten – Kinder wie Betreuer gleichermaßen – wie elektrisiert scheinen.

Die FIRST® LEGO® League (FLL) ist ein Roboterwettbewerb für Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 16 Jahren und versucht diese durch die Kombination von Spaß an Technik, Wissenschaft und Technologie einerseits und den Ansporn, komplexe Aufgaben kreativ zu lösen andererseits „den Zugang zu naturwissenschaftlichen Fächern zu erleichtern und sie frühzeitig für einen Ingenieur- oder IT-Beruf zu motivieren“ (FLL).

Soweit die Theorie.

Und die Praxis?

Funkelnde Augen, knisternde Spannung an den Spieltischen und nervöse Blicke auf die an die Wand projizierten Ergebnisse der einzelnen Spielerunden. Der sanfte Beat aus den Boxen und das Runterzählen des Startsignals durch den Moderator („Drei, zwei, eins! Los geht’s“) unterstreichen den kompetitiven Charakter und die aufgeladene Atmosphäre in der Donnersberghalle.

In den Gesichtern der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen ist eine fast schon unverschämte Grundheiterkeit auszumachen. Melancholie ob eines dunklen Wintertages ist weit entfernt. Die Schüler klären auf: „Wir haben hier unglaublich Spaß“, meint Jakob Scheithe schlicht, 11 Jahre alt von der IGS Rockenhausen und führt weiter aus, dass der „Team- und Kampfgeist“ die „Rockys“ zu einer eingeschworenen Mannschaft gemacht habe. Tia Reichard ergänzt stolz, dass die Arbeit in der Robotik auch das Selbstvertrauen und das Durchhaltevermögen für den Schulalltag stärkt. Kollektives Kopfnicken der Schülertraube bestätigen ihre Meinung. Lars Langenstein, ebenfalls 11 Jahre alt und erst in der sechsten Klasse, findet es einfach „cool mit Robotern zu arbeiten“ und sieht die Robotik für sich und viele andere Teilnehmer bereits als ihre wahrscheinliche berufliche Heimat, denn sie seien bereits „jetzt schon Teil der Zukunft“.

Während des Wettbewerbs werden die Teams nach sechs Kategorien beurteilt. Neben dem Roboterdesign oder dem Robot-Game, werden auch das Teamwork beurteilt und jeweils Pokale ausgelobt. Darüber hinaus gehört neben einem Sonderpreis der Jury auch die Bewältigung eines kniffligen Forschungsauftrags zum Wettbewerb. Die Kinder bauen, designen und programmieren also nicht nur autonome Roboter, sondern müssen ein ganz reales Forschungsproblem und dessen soziale Implikationen bearbeiten und abschätzen. So galt es sich in der Wettbewerbsrunde 2015/2016 dem Problem Müll zu stellen. Aufgabe war es im Team eine Lösung zu finden, wie weniger Abfall produziert werden kann oder einen innovativen Weg für den Umgang mit Müll zu entdecken, was vor dem Hintergrund der Vermüllung der Welt eine spannende und zugleich lohnende Forschungsaufgabe war. Dies unterstrich auch Landrat Winfried Werner, der die Macher der FLL dafür lobte, dass sie das aktuelle Thema Müllvermeidung und Technik begeisterte Jugendliche geschickt zusammengeführt habe und dabei helfe, „Ökologie und Technik zu einer zukunftsrelevanten Einheit“ zusammenzuführen. Übrigens erreichten die „Rockys“, die in der Robotik auf eine lange und sehr erfolgreiche Tradition an der IGS Rockenhausen zurückblicken können, bei diesem Wettbewerbskriterium einen tollen dritten Platz für ihre Idee eines Chipautomaten für die Schule, an dem sich die SchülerInnen für die Schulmensa anmelden können. Im Vergleich zum herkömmlichen Weg, der, ähnlich einem Kassenautomaten das gewünschte Menü per Papierauszug quittiert, könnten mit dieser Maschine im Jahr ????6 Kilo/Tonnen??? Thermopapier vermieden werden, das oft den gesundheitsschädlichen Stoff Bisphenol-A enthält.

Die erstaunliche Leistungsdichte in allen Wettbewerben begeisterte auch die hochkarätig besetzte Jury. Prof. Dr.-Ing. Simons von der Hochschule Darmstadt etwa ist von der projektbezogenen Ausrichtung des Wettbewerbs gar so überzeugt, dass er hierin einen Fingerzeig für die Bildungsdidaktik generell erkennt. Vom „Spirit“ und dem hohen Mädchenanteil in den Mannschaften fasziniert, sieht er in der FIRST® LEGO® League (FLL) auch eine „tolle Werbung für Ingenieurberufe“. Beim Blick in die Gesichter der jungen Teilnehmer bleibt diese Aussage bestimmt kein frommer Wunsch!

 

Gewonnen hat übrigens das Team „Zero Waste“ von der Ketteler-Realschule in Hopsten, Nordrhein-Westfalen, und löste damit das Ticket zu den Finals nach Debrecen, Ungarn.

 

 

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